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Weltwassertag: „Wasser und Energie“ im Klärwerk Hetlingen
Schüler der Regionalschule Moorrege besuchen den azv Südholstein


(Hetlingen, 18. März 2014). 

„Wasser und Energie“: So das Motto des Weltwassertages am kommenden Samstag. Wie genau beide Themenbereiche zusammenhängen, erkunden Schüler der Regionalschule Moorrege heute im Klärwerk Hetlingen. Die Schüler der Klassenstufe 9 sind im Rahmen ihres Wahlpflichtkurses „Umwelt und Energie“ zu Gast beim azv Südholstein.

„Mit geht es vor allem darum, den Jugendlichen aufzuzeigen, wie wir erneuerbare Ressourcen für eine umweltschonende Energieerzeugung nutzen können“, so Patrick Looft, Leiter des Wahlpflichtkurses und Konrektor in Moorrege. Inhaltlich sind die 14-17jährigen gut vorbereitet: Drei kleine Biogasanlagen haben sie schon im Selbstversuch gebaut. „Jetzt wollen wir uns das Ganze in Groß ansehen“, so Looft. Denn das gleiche Prinzip kommt auch auf der Kläranlage zum Einsatz: Bei der Reinigung des Abwassers entsteht Klärschlamm, der in vier großen Faulbehältern unter Sauerstoffabschluss zur Gärung gebracht wird. Das dabei entstehende Klärgas wird im betriebseigenen BHKW in Strom und Wärme umgewandelt. „Klärschlamm  ist ein regenerativer Energieträger, das ist vielen Leuten gar nicht bewusst“, sagt Benjamin Soltwedel, Mitarbeiter des azv. Der ausgebildete Elektrotechniker begleitet die Schüler auf ihrem Rundgang und steht bei allen Fragen Rede und Antwort. Das kommt bei den Schülern gut an: „Spannend, wieviel Technik hier zu sehen ist! Und ich find’s gut, dass wir die ganzen Fachbegriffe erklärt bekommen“, meint Ali Reza Jalali Kazmeni (15).

Besonders spannend finden die Jugendlichen die vier großen Gasmotoren. „Klärgas besteht im Wesentlichen aus Methan. Das ist ein stark klimawirksames Gas, es darf also nicht in die Atmosphäre entweichen. Wir achten daher darauf, dass es komplett in nutzbare Energie umgewandelt wird“, so Soltwedel. „Wir produzieren heute schon 70 Prozent des elektrischen Energiebedarfs des Klärwerks selbst.“ Und es sollen noch mehr werden, denn beim azv und in der Wasserwirtschaft im Allgemeinen spielt die Energiefrage zunehmend eine wichtige Rolle. Nicht ohne Grund: Laut einer Studie des Umweltbundesamt ist die Abwasserentsorgung für 20 Prozent des kommunalen Energiebedarfs in deutschen Städten und Gemeinden verantwortlich. „Saubere Gewässer gibt es eben nicht zum Nulltarif. Aber wir können etwas dafür tun, die Kosten einzugrenzen“, erklärt Soltwedel.

Gesagt, getan: Das Kommunalunternehmen hat ein eigenes Energie- und Klimakonzept entwickelt, das bis 2050 umgesetzt werden soll. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien und allgemeine Maßnahmen zur Energieeinsparung. So wird etwa ab kommendem Jahr die mechanische Reinigungsstufe auf dem Klärwerksgelände modernisiert. Energetische Aspekte spielen dabei eine zentrale Rolle.

Bevor es wieder zurück Richtung Schule geht, steht den Schülern zum Abschluss der Tour noch ein Highlight bevor: Es geht rauf auf die Faultürme. Von hier aus lässt sich das ganze Werksgelände überblicken. Bei schönem Wetter bietet sich aus 15 Metern Höhe zudem ein phantastischer Blick auf die Elbe. Mit dem Wetter haben die Schüler heute nicht so viel Glück. Gelohnt hat sich der Aufstieg trotzdem: „Ich fahr hier oft mit dem Fahrrad vorbei, da wirkt das Werksgelände viel kleiner. Von oben sieht man erst, wie groß alles ist!“, staunt Alex Maaß (15). Lehrer Looft ist auch zufrieden: „Es ist immer gut, wenn die Schüler in echt sehen können, was wir im Unterricht häufig nur theoretisch behandeln können“. Als nächstes will er mit seinem Kurs eine kleine Windkraftanlage bauen.

Sonstige Informationen:

Der Weltwassertag wird seit 1993 jährlich am 22. März begangen. Ins Leben gerufen wurde er von der UN-Generalversammlung im Rahmen der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro.


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  • Erste Station: Zulaufpumpwerk. Hier wird erstmal alles genau erklärt.
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  • Anschließend beobachten die Jungs die Schneckenpumpen in Aktion: 1000 Liter Wasser pro Sekunde werden im Schnitt im Zulaufpumpwerk gefördert.
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  • In der Verdichterstation: Von hier aus werden die Mikroorganismen in den Belebungsbecken mit komprimiertem Sauerstoff versorgt. Das ist gut für das Reinigungsergebnis, aber auch sehr energieaufwändig.
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  • Oben auf den Faultürmen lässt sich das ganze Werksgelände überblicken.
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