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Helgolands Abwasser wird bald sauberer - Grundsteinlegung für die neue Kläranlage auf der Nordsee-Insel


(Hetlingen, 02. Apr 2019).

Der Neubau auf dem bisherigen Betriebsgelände wird eine Belebungsanlage mit Aufstaubetrieb (SBR-Verfahren), ein modernes und effizientes Konzept für kleinere Kläranlagen. Statt wie üblich die beiden biologischen Reinigungsschritte (biologische Reinigung/Nachklärung) in zwei getrennten Becken durchzuführen, arbeitet eine SBR-Anlage mit nur einem Becken. Die biologische Reinigung und die Nachklärung (Schlammsedimentation) finden in einem Reaktor nacheinander statt. Wegen dieser zeitlichen Trennung der Verfahrensschritte wird das ankommende Abwasser in einem Speicherbehälter aufgestaut und fließt anschließend in Intervallen dem Reaktor zu.

„Dieses Konzept hat sich beim AZV im Rahmen anderer Projekte hinsichtlich Reinigungsqualität und Wirtschaftlichkeit bereits bewährt“, sagt Verbandsvorsteherin Christine Mesek. „Damit können wir zukünftig auch auf Helgoland die Einhaltung der notwendigen Grenzwerte sicherstellen.“ Betriebsgebäude, Technikhalle und Klärbecken der neuen Kläranlage entstehen auf einer Grundfläche von ca. 600 m2, hauptsächlich auf der Erweiterungsfläche des bisherigen Betriebsgeländes neben der Altanlage. Im Sommer 2020 wird der Neubau den Betrieb aufnehmen. 

Deutschlands einzige Hochsee-Insel verfügt seit Jahrzehnten über eine eigene Kläranlage. Doch diese ist den heutigen Anforderungen kaum noch gewachsen. Die Grundlagen der Anlage stammen aus den späten 1980er-Jahren, mit der vorhandenen Technik ist die Erfüllung der aktuellen Vorschriften zur Qualität der Abwasserreinigung nicht mehr möglich. Auch die stark schwankenden Abwassermengen erschweren den zuverlässigen Betrieb. Die Klärtechnik muss nicht nur die Abwässer der rund 1.500 Helgoländer bewältigen, sondern auch die der jährlich etwa 350.000 Gäste, die überwiegend in der Sommersaison die Insel besuchen.

Da das Klärwerk auch baulich sanierungsbedürftig ist, hatte der Abwasser-Zweckverband (AZV) Südholstein den Bau eines neuen Werks beschlossen. Der Verband ist seit Februar 2014 für das gesamte Schmutz- und Regenwassernetz sowie die Kläranlage auf Helgoland zuständig.

Nach Abschluss der Planungen und einer langwierigen, aber erfolgreichen Kampfmittel-Räumung des Baufelds konnte nun Anfang 2019 mit den ersten Fundamenten begonnen werden. Trotz der speziellen Wetter- und Witterungsverhältnisse auf der Insel sowie der anspruchsvollen Baustellenlogistik gehen die Arbeiten gut voran, so dass am zweiten April die Grundsteinlegung für das Maschinengebäude erfolgen konnte. Ein Teil der heutigen Betriebsgebäude wird ebenfalls saniert und mit neuer Technik ausgerüstet. Nach Fertigstellung der SBR-Anlage erfolgt der Abbau nicht mehr benötigter alter Technik mitsamt der Gebäudehülle.

 

Technische Details zum neuen Klärwerk Helgoland:

  • Mechanische Vorbehandlung (Rechen u. Sand-/Fettfang als Kompaktanlage)
  • Misch- und Ausgleichsbecken
  • 2-straßige SBR-Anlage mit feinblasiger Druckbelüftung
  • Ablaufvorlage u. –pumpwerk
  • Externe aerobe Schlammstabilisierung
  • Statische Schlammeindickung, Schlammentwässerung (Winkelbandpresse)
  • Biologische Abluftbehandlung

 


  • Christine Mesek, Verbandsvorsteherin des AZV Südholstein (links) und Helgolands Bürgermeister Jörg Singer legen den Grundstein für die neue moderne Kläranlage der Insel. ©AZV Südholstein

    Christine Mesek, Verbandsvorsteherin des AZV Südholstein (links) und Helgolands Bürgermeister Jörg Singer legen den Grundstein für die neue moderne Kläranlage der Insel. ©AZV Südholstein
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  • Christine Mesek, Verbandsvorsteherin des AZV Südholstein (links) und Helgolands Bürgermeister Jörg Singer legen den Grundstein für die neue moderne Kläranlage der Insel. ©AZV Südholstein

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