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Glasfasernetz des azv Südholstein steht seit heute erneut zum Verkauf
Verluste der Breitbandsparte haben keinen Einfluss auf die Abwassergebühr


(Hetlingen, 10. Juli 2015). 

Der azv Südholstein hat den Verkauf seiner Breitbandsparte neu ausgeschrieben. Ein entsprechender Hinweis findet sich seit heute auf der Internetseite des Hetlinger Unternehmens. Für die etwa 3000 Breitbandkunden ändert sich vorerst nichts: Sie werden weiter wie gewohnt vom azv betreut. Die in der Breitbandsparte entstandenen Verluste sollen mittelfristig über die allgemeine Rücklage des Kommunalunternehmens ausgeglichen werden. „Auf die Abwassergebühr hat das keinerlei Einfluss“, versichert Christine Mesek, seit April Vorstand des azv Südholstein. 

Das heute eröffnete Bieterverfahren ist der zweite Versuch des azv, seine Breitbandsparte zu verkaufen. Ein erstes Verfahren war Anfang Juli ohne Ergebnis beendet worden. „Ziel ist es weiterhin, dass wir uns vollständig vom Breitbandgeschäft trennen“, so Mesek. Anders als beim ersten Verfahren wird diesmal nur das Glasfasernetz veräußert, ohne die azv Südholstein Breitband GmbH. Etliche Bieter hätten im Laufe des ersten Verfahrens signalisiert, großes Interesse am Kauf des Netzes und der Technik zu haben, nicht aber an der GmbH, erläutert Mesek. Diesem Wunsch komme der azv nun mit dem neuen Bieterverfahren nach. Sobald das Netz verkauft und die weitere Versorgung der Kunden sichergestellt sei, werde der azv die GmbH zum Zweck der Liquidation auflösen.

Die azv Südholstein Breitband GmbH war 2010 als Tochter des Hetlinger Kommunalunternehmens gegründet worden, um der Unterversorgung mit modernen Internetanschlüssen im ländlichen Raum entgegenzuwirken. Vier Gemeinden wurden bereits an das azv-Glasfasernetz angeschlossen. Aufgrund juristischer und haftungsrechtlicher Auseinandersetzungen in der Verbandsversammlung wurde die Erschließung weiterer Gemeinden gestoppt und der Verwaltungsrat des azv beschloss, sich von allen Breitbandaktivitäten zu trennen.

Geändertes Verfahren soll mehr Geld einbringen

„Von dem geänderten Verfahren versprechen wir uns ein besseres Verkaufsergebnis“, so Mesek. Schließlich seien bis zur Entscheidung, den Breitbandausbau zu stoppen, bereits knapp zwölf Millionen Euro in den Aufbau des Glasfasernetzes geflossen. Die azv Südholstein Breitband GmbH erziele zwar inzwischen Einnahmen in der erwarteten Höhe, der Ausgleich der hohen Anfangsinvestitionen sei aber langfristig geplant gewesen. In der Folge verzeichnet der Haushalt des azv Südholstein bereits heute ein Minus von circa vier Millionen Euro.

Verlustausgleich über allgemeine Rücklage möglich

„Wie hoch der Verlust nach Abschluss des zweiten Verkaufsverfahrens sein wird, können wir noch nicht sagen, da dies natürlich wesentlich vom dann erzielten Verkaufspreis abhängt“, erklärt Mesek. Der azv habe jedoch verschiedene Szenarien prüfen lassen: „Das Ergebnis zeigt, dass die entstehende Lücke aller Voraussicht nach über die allgemeine Rücklage des azv Südholstein ausgeglichen werden kann.“ Der Verlustausgleich habe auf die Abwassergebühr jedenfalls keinerlei Einfluss. Die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden des Abwasser-Zweckverbands waren auf einer Sondersitzung am 1. Juli über das neue Verkaufsverfahren und die geplante Verwendung der Rücklage informiert worden.

Breitband-Kundenservice geht wie gewohnt weiter

Für die Kunden der azv Südholstein Breitband GmbH in Heist, Hasloh, Lentföhrden und Holm ändert sich vorerst nichts: Sie werden weiterhin wie gewohnt vom azv betreut, bis ein Käufer feststeht. „Bestehende Verträge laufen ganz normal bis zum vereinbarten Ablaufdatum zu den gewohnten Konditionen weiter. Nach dem Verkauf werden die Kunden ein Angebot für einen Vertragswechsel zum zukünftigen Netzbetreiber.