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Wechsel an der Spitze des Abwasserverband Elbmarsch
Mesek neue Verbandsvorsteherin / Riekhof neue Vorsitzende der Verbandsversammlung


(Hetlingen, 25. November 2015). 

Zum 1. Dezember steht ein Wechsel an der Spitze des AVE an: Einstimmig wählten die Mitglieder der Verbandsversammlung auf ihrer Sitzung am Montag Christine Mesek zur neuen Verbandsvorsteherin. Die 44-jährige Bauingenieurin leitet seit April bereits die Geschicke des azv Südholstein. Mit der Übernahme des Ehrenamts der Verbandsvorsteherin übernimmt sie nun auch beim AVE vollständig die Aufgaben ihres Vorgängers Lutz Altenwerth (60). Auch der langjährige ehrenamtliche Vorsitzende der Verbandsversammlung Reimer Rzepucha (71) gibt zum Monatsende sein Amt ab. Zur neuen Vorsitzenden wählte die Verbandsversammlung die Hetlinger Bürgermeisterin Monika Riekhof (41). 

Mit Altenwerth geht einer der Gründungsväter des AVE: Im Jahr 2001 schlossen sich die Marschgemeinden auf ihre Initiative hin zusammen, um sich gemeinsam den Herausforderungen der Abwasserentsorgung in der Elbmarsch zu stellen. Das Leitungsnetz des AVE ist mit circa 50 Kilometern Rohrleitungen nicht allzu groß, technisch aber sehr komplex: In der flachen Landschaft der Elbmarsch fehlt das Gefälle, damit das Abwasser von selbst zum Klärwerk fließt. Insgesamt 466 Kleinpumpwerke sind beim Transport des Schmutzwassers im Einsatz. Damit ist das AVE-Netz das größte Druckwassernetz Schleswig-Holsteins.  

Der AVE ist ein eigenständiger Verband, hat aber den azv Südholstein mit dem kaufmännischen und technischen Betrieb seiner Netze beauftragt. Heute ist der AVE für die Schmutzwasserentsorgung in Haseldorf, Haselau und Hetlingen, in den Ortsteilen Klevendeich und Bauland der Gemeinde Moorrege und in Teilen der Gemeinde Heist zuständig. In Hetlingen übernimmt der AVE zudem die Regenwasserbeseitigung. „Der AVE ist gut aufgestellt. Wir haben Sanierungsmaßnahmen langfristig geplant und gebührenverträglich umgesetzt. Ich bin mir sicher, dass das auch so weitergehen wird. Mir hat die Arbeit beim AVE viel Freude bereitet und das wünsche ich auch meiner Nachfolgerin“, so Altenwerth auf der Verbandsversammlung.

Feuchttücher verstopfen Pumpwerke

Besonders stolz sind die Verbandsmitglieder auf die Entwicklung der Störungsstatistik des AVE. Gab es vor Gründung des AVE bis zu 350 Störungen im Jahr, ist diese Zahl Dank eines ausgefeil-

ten Wartungssystems mittlerweile auf durchschnittlich 80 Störfälle im Jahr gesunken. Und der Trend ist ungebrochen: Im Jahr 2014 gab es 83 Störungen. Dieses Jahr mussten die Mitarbeiter des azv mit bislang 92 Mal etwas häufiger ausrücken, aber auch das entspricht dem langjährigen Mittel. „Leider landen im Abwasser immer noch viele Dinge, die dort nichts zu suchen haben und dann Probleme verursachen“, so Mesek. „Feuchttücher zum Beispiel gehören in den Müll, nicht in die Toilette. Die Fasern dieser Tücher zersetzen sich nicht und verstopfen dann irgendwann Pumpwerke und Leitungen“, so die neu gewählte Verbandsvorsteherin.

Jahresabschluss 2014 / geplante Investitionen 2016

Rund 187.000 Kubikmeter Wasser aus dem Verbandsgebiet des AVE wurden 2014 im Klärwerk Hetlingen gereinigt. Die Umsatzerlöse lagen 2014 mit circa 720.000 Euro um etwa 13.000 Euro unter dem Vorjahr und damit im Mittel der letzten Jahre. Im kommenden Jahr sind Investitionen in einer Höhe von circa 100.000 Euro geplant: Davon sind rund 60.000 Euro für anstehende Kanal-
sanierungen und die Planung neuer Hausanschlüsse vorgesehen und etwa 40.000 Euro für die Erneuerung von Pumpen.

Gebührenentwicklung

Als Betreiber der AVE-Kanalnetze ist der azv gesetzlich verpflichtet, Gebührenrückstellungen innerhalb von drei Jahren aufzulösen und diese beispielsweise über eine Gebührensenkung an den Gebührenzahler zurückzugeben. Gute Nachrichten gibt es daher für die Bürger in Haselau und Haseldorf: Die Kosten für die zentrale Schmutzwasserbeseitigung sinken dort zum Jahreswechsel von  3,17 auf 2,87 Euro pro Kubikmeter verbrauchten Frischwassers. In Hetlingen hingegen werden die Gebührenrückstellungen dieses Jahr noch komplett aufgebraucht, so dass dort die Gebühr für die zentrale Schmutzwasserbeseitigung zum 1. Januar 2016 um 53 Cent auf 2,76 Euro pro Kubikmeter ansteigt. Die Grundgebühr für die Schmutzwasserentsorgung bleibt in allen Gemeinden unverändert. Die Gebühr für die Niederschlagswasserbeseitigung sinkt in Hetlingen zum Jahreswechsel von 35 Cent auf 25 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche.