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AZV Pinneberg investiert im kommenden Jahr circa zehn Millionen Euro
Neue Gebührensystematik vorgestellt


(Hetlingen, 15. Dezember 2014). 

Im Mittelpunkt der heutigen Verbandsversammlung stehen die Planungen für 2015: Rund zehn Millionen Euro investiert der Abwasser-Zweckverband (AZV) Pinneberg im kommenden Jahr. Die zentrale Schmutzwassergebühr bleibt konstant. Der Verwaltungsrat unterstützt zudem die Idee, künftig eine Grundgebühr einzuführen. Die neue Gebührensystematik wird den Vertretern der Mitgliedsgemeinden heute näher erläutert. 

Etwa sieben Millionen Euro investiert der AZV in Baumaßnahmen und vorbereitende Planungen auf dem Klärwerksgelände in Hetlingen. Knapp drei Millionen Euro fließen in diverse Instandhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen im regionalen Sammlernetz. 

Großprojekt beginnt 2015: Modernisierung der mechanischen Reinigungsstufe

In den nächsten fünf Jahren wird die mechanische Reinigungsstufe des Hetlinger Klärwerks modernisiert. Das umfasst die teilweise oder komplette Erneuerung von Zulaufgerinnen, Sandfang, Vorklärung und Rechenanlage. Ab dem kommenden Frühjahr wird in einem ersten Bauabschnitt die Vorklärung verkleinert und optimiert. Hierfür sind circa fünf Millionen Euro eingeplant.

Der AZV verspricht sich durch die Modernisierungsmaßnahmen eine deutliche Senkung der Betriebs- und Energiekosten der entsprechenden Anlagen sowie eine Verbesserung der CO2-Bilanz. Die Erneuerung der mechanischen Reinigungsstufe ist das größte Bauprojekt auf dem Gelände des Hetlinger Klärwerks seit der Inbetriebnahme der dritten Reinigungsstufe im Jahr 2003. Insgesamt investiert der AZV bis 2018 rund 17 Millionen Euro in die Modernisierungsmaßnahme.

Planungen für neue Klärschlammtrocknung

Zurzeit arbeiten die Planer des AZV an einem neuen Konzept für die Klärschlammtrocknung. Die alte, nicht mehr wirtschaftliche Anlage steht seit Jahresbeginn 2013 still. Da der Schlamm seither nicht mehr vorgetrocknet wird und unnötig viel Wasser enthält, steigt das Volumen des abzutransportierenden Schlamms. Das ist mit höheren Kosten und einem erhöhten Lkw-Verkehr in Hetlingen verbunden. Bis 2017 sollen die Planungen für die neue Anlage abgeschlossen sein. Die Nutzung der bei der Klärschlammbehandlung anfallenden Abwärme  spielt dabei eine zentrale Rolle. In die Konzeption investiert der AZV im kommenden Jahr etwa eine halbe Million Euro.

Zentrale Schmutzwassergebühr bleibt konstant

Die zentrale Abwassergebühr, die von den Gemeinden für die Nutzung des Sammlernetzes und für die Reinigung im Klärwerk zu entrichten ist, bleibt auch 2015 mit 1,17 Euro pro Kubikmeter eingeleitetem Schmutzwasser konstant. 

Neue Gebührensystematik vorgestellt

Der Verwaltungsrat des AZV Pinneberg hat der Verbandsversammlung heute seine Pläne für eine geänderte Gebührensystematik ab 2016 vorgestellt: Zusätzlich zur verbrauchsorientierten, zentralen Schmutzwassergebühr soll eine jährliche Grundgebühr eingeführt werden. Diese läge bei circa 25 Euro pro Einwohner. Gleichzeitig soll die zentrale Schmutzwassergebühr auf 71 Cent pro Kubikmeter Wasser sinken. Das bislang nicht berechnete Fremdwasser soll zukünftig voll auf die eingeleitete Wassermenge angerechnet werden. Als Fremdwasser wird die Wassermenge bezeichnet, die im Abwasserkanal und damit im Klärwerk landet, obwohl sie dort eigentlich nicht hingehört: Hierzu gehört beispielsweise Drainagewasser oder Regenwasser, das im Schmutzwasserkanal landet.

„Die neue Gebührensystematik stärkt das Verursacherprinzip. Durch die Grundgebühr werden die hohen Vorhaltekosten für die Bereitstellung und Instandhaltung der gemeinsamen Infrastruktur gerechter auf alle Verbandsmitglieder verteilt. In der Summe ändert sich für den AZV nichts“, so Roland Krügel, Vorsitzender der Verbandsversammlung. Für den Großteil der Verbandsmitglieder habe die neue Gebührensystematik keine beziehungsweise nur geringe Auswirkungen. Für einige Verbandsmitglieder ergebe sich eine Gebührenerhöhung von maximal  14 Prozent, in anderen Städten und Gemeinden führe das neue Gebührenmodell zu Kostensenkungen von bis zu sieben Prozent. Ein positiver Nebeneffekt sei außerdem, dass das bisherige mit viel Verwaltungsaufwand verbundene Abrechnungsverfahren deutlich vereinfacht werde.

Alle Mitgliedsgemeinden des AZV sind im Vorfeld in die Erarbeitung der neuen Systematik einbezogen worden und haben nun Zeit, die Auswirkungen auf ihren Gebührenhaushalt zu prüfen. Die neue Systematik soll zum 1. Januar 2016 in Kraft treten. 

Gebührenentwicklung in den Ortsnetzen

Rund ein Drittel der Mitgliedsgemeinden hat dem AZV Pinneberg auch die direkte Zuständigkeit für die lokalen Kanalnetze übertragen. In diesen Gemeinden sieht die Gebührenentwicklung unterschiedlich aus: In den meisten Gemeinden bleibt die Gebühr unverändert oder wird sogar leicht gesenkt. Das ist vor allem in denjenigen Gemeinden der Fall, in denen der AZV schon länger zuständig ist. Lediglich in Bokholt-Hanredder werden sowohl die örtliche Schmutzwassergebühr als auch die Niederschlagswassergebühr zum Teil deutlich erhöht: Die Schmutzwassergebühr in Bokholt-Hanredder steigt um 27 Cent pro Kubikmeter Wasser, die Niederschlagswassergebühr um 13 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche. Auch in Barmstedt wird die Niederschlagswassergebühr zum Jahreswechsel um 10 Cent pro Quadratmeter versiegelter Fläche erhöht. Ursächlich hierfür sind in beiden Fällen der schlechte Zustand der örtlichen Netze und der Umfang der erforderlichen Sanierungsarbeiten.