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Klärwerk Hetlingen: Gereinigte Wassermenge erreicht Rekordhöhe
Breitbandsparte des azv steht zum Verkauf


(Hetlingen, 7. Juli 2014). 

Mit knapp 33 Millionen Kubikmetern erreichte die im Klärwerk Hetlingen gereinigte Wassermenge 2013 eine Rekordhöhe. Das teilte Lutz Altenwerth, Vorstand des Kommunalunternehmens azv Südholstein, auf der heutigen Verbandsversammlung des Abwasser-Zweckverbandes (AZV) Pinneberg im Klärwerk Hetlingen mit. Nur im Jahr 2008 wurde in jüngster Vergangenheit noch mehr Wasser gereinigt. Das Klärwerk Hetlingen kann nicht nur mit Quantität, sondern auch mit Qualität punkten: Die gesetzlich vorgeschriebenen Schad- und Nährstoffgrenzwerte für die Einleitung des gereinigten Wassers in die Elbe wurden 2013 erneut eingehalten.

„Wir leisten seit Jahren hervorragende Arbeit. Bemerkenswert ist das Reinigungsergebnis aber diesmal im Kontext der Energieeinsparungen, die wir uns auf die Fahnen geschrieben haben“, so Lutz Altenwerth. Seit Mai 2013 wurden Teile der Anlage versuchsweise mit einem geringerem Energieaufwand betrieben. Das erfordert eine sehr genaue Beobachtung und Steuerung der mikrobiologischen Prozesse, die sonst schnell aus dem Gleichgewicht geraten können. „Das  Ergebnis zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind: Über eine verbesserte Energieeffizienz und einen geringeren Energieverbrauch können wir Kosten einsparen und den Ressourcenverbrauch reduzieren. Das ist keine einfache Sache, lohnt sich aber mittelfristig für Klima und Gebührenzahler“, so Altenwerth.

Ein weiterer, wichtiger Punkt auf der Tagesordnung: Das Breitbandnetz des azv Südholstein und die Tochterfirma azv Südholstein Breitband GmbH sollen verkauft werden. Bis Ende des Jahres soll in einem europaweiten Bieterverfahren ein geeigneter Käufer gefunden werden. Die circa 3000 Breitbandkunden des azv müssen sich keine Sorgen machen: Bestehende Verträge werden von dem Käufer übernommen und müssen bis zum Ende der vereinbarten Laufzeit zu den gleichen Bedingungen wie bisher fortgeführt werden. Das gilt sowohl für die Internetversorgung als auch für Telefon-  und TV-Dienstleistungen.

„Inzwischen wird bundesweit von vielen Seiten gefordert, die kommunalen Ver- und Entsorger sollten sich stärker für den Breitbandausbau im ländlichen Bereich engagieren. Wir waren so 

gesehen Vorreiter mit unserem Breitbandprojekt. Umso mehr schmerzt es natürlich, dass wir uns jetzt von der Breitbandsparte trennen müssen“, so Lutz Altenwerth, Vorstand des azv Südholstein. Doch der Verkauf sei die logische Konsequenz aus der derzeitigen Situation: „Wir dürfen das Glasfasernetz nicht weiter ausbauen und können daher auch keine neuen Kunden gewinnen. Mit dem Verkauf machen wir einen klaren Schnitt und kommen der Forderung der Verbandsversammlung nach, das Breitbandgeschäft aufzugeben“, so Altenwerth.

Vorausgegangenen waren Diskussionen innerhalb der Verbandsversammlung über die Finanzierung und den rechtlichen Rahmen für den Ausbau eines regionalen Glasfasernetzes. Im Jahr 2010 war der azv Südholstein auf Drängen einiger kleinerer Mitgliedsgemeinden hin in das Breitbandgeschäft eingestiegen und hatte mit der azv Südholstein Breitband GmbH ein eigenes Tochterunternehmen gegründet. Knapp 12 Millionen Euro hat der azv bis heute in den Aufbau des Glasfasernetzes investiert. Die Gemeinden Heist, Hasloh, Lentföhrden und Holm konnten bereits angeschlossen werden.

Aufgrund des geplanten Verkaufs der Breitbandsparte konnte der Verbandsversammlung noch kein geprüfter und testierter Jahresabschluss für 2013 vorgelegt werden. „Das holen wir nach Abwicklung des Verkaufsprozesses selbstverständlich nach“, so Altenwerth.

Auch zwei Wahlen standen auf dem Programm der Verbandsversammlung: Monika Riekhof, neue Bürgermeisterin der Gemeinde Hetlingen, und Volker Hatje, Bürgermeister von Elmshorn, wurden jeweils ohne Gegenstimmen in den Verwaltungsrat des azv Südholstein gewählt. Nicht mehr Mitglieder des Gremiums sind Barbara Ostmeier, die Anfang Mai als Bürgermeisterin von Hetlingen zurückgetreten war, und Peter Liske, der aus beruflichen Gründen als Mitglied des Verwaltungsrates zurückgetreten ist.