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Zentrale Schmutzwassergebühr bleibt 2016 konstant
Investitionen von 26 Millionen Euro / Neue Verbandsmitglieder für den AZV


(Hetlingen, 7. Dezember 2015). 

Die wichtigste Nachricht der heutigen Verbandsversammlung des Abwasser-Zweckverbands (AZV) Pinneberg für alle Städte und Gemeinden: Die zentrale Schmutzwassergebühr liegt im kommenden Jahr unverändert bei 1,17 Euro pro Kubikmeter Wasser. Alle Verbandsmitglieder des Abwasser-Zweckverbands (AZV) Pinneberg müssen diese Gebühr für die Nutzung des regionalen Sammlernetzes und für die Reinigung des Abwassers im Klärwerk Hetlingen entrichten. Außerdem Thema der Verbandsversammlung: Veränderungen in der Mitgliederstruktur, der Jahresabschluss 2014 und die Planungen für das kommende Jahr. 

„Die rechtlichen, technischen und ökologischen Anforderungen an die Abwasserentsorgung werden immer strenger. Die Gebühr dennoch konstant zu halten, ist eine große Herausforderung. Das gelingt nur mit genauer Planung und strengem Kostenbewusstsein“, so Roland Krügel, Vorsitzender der Verbandsversammlung. Die operative Verantwortung für die Abwasserentsorgung im Einzugsgebiet des Klärwerks Hetlingen liegt beim azv Südholstein. Die Mitarbeiter des Kommunalunternehmens sind für den technischen Betrieb und die kaufmännische Verwaltung zuständig.

Neue Verbandsmitglieder  zum Jahreswechsel
Dass die Hetlinger Abwasserfachleute mit ihren Leistungen überzeugen, zeigen anstehende Veränderungen in der Mitgliederstruktur des AZV Pinneberg: Der Abwasser-Zweckverband (AZV) bekommt zum 1. Januar 2016 voraussichtlich mindestens vier neue Verbandsmitglieder, nämlich die Gemeinden Borstel-Hohenraden, Kummerfeld, Prisdorf und Tangstedt. Schon heute sind im AZV mehr als 40 Städte, Ämter und Gemeinden Mitglied. 

Die vier genannten Gemeinden sind bislang nur über das Amt Pinnau in der Verbandsversammlung des AZV vertreten. Das Amt hat 2007 die Verantwortung für die örtlichen Schmutzwassernetze in allen vier Gemeinden an den AZV Pinneberg übertragen. Seit Gründung des Kommunalunternehmens 2009 liegt die operative Verantwortung hierfür beim azv Südholstein. In Borstel-Hohenraden ist der azv außerdem seit Anfang dieses Jahres im Auftrag des AZV Pinneberg auch für die Niederschlagswasserentsorgung zuständig. In allen anderen Gemeinden sind diese nach wie vor selbst für die Niederschlagswasser-entsorgung verantwortlich. Inzwischen überlegen jedoch zwei weitere Gemeinden dem Beispiel von Borstel-Hohenraden zu folgen und dem AZV neben der Aufgabenübertragung im Schmutzwasserbereich auch die Verantwortung für die Niederschlagswasserbeseitigung zu übertragen.

Bei der derzeitigen rechtlichen Konstruktion müssten die Gemeinden diese Aufgabe zunächst dem Amt übertragen, das die Aufgabe dann wiederum an den AZV Pinneberg übertragen würde. Das ist rechtlich unnötig kompliziert und außerdem wären die Gemeinden so weiterhin nur über das Amt in der Verbands-versammlung des AZV Pinneberg vertreten. Deswegen haben die Gemeindevertretungen und das Amt Pinnau beschlossen, dass das Amt Pinnau zum 1. Januar 2016 aus dem AZV Pinneberg austritt und dafür die vier Gemeinden selbst Mitglieder des AZV Pinneberg werden. Ab dem kommenden Jahr sind die Gemeinden über ihren Bürgermeister oder ihre Bürgermeisterin nun direkt in der Verbands-versammlung des AZV Pinneberg vertreten.

Jahresabschluss 2014 und Erhöhung der Rücklage

Die Umsatzerlöse des AZV Pinneberg betragen für das Jahr 2014 etwa 35 Millionen Euro. Die Eigenkapitalverzinsung in Höhe von etwa 737.000 Euro 2014 wurde erneut erwirtschaftet und soll, einen entsprechenden Beschluss der Verbandsversammlung vorausgesetzt, zusammen mit der Eigenkapital-verzinsung aus 2013 der allgemeinen Rücklage des AZV Pinneberg zugeführt werden. Diese würde sich damit auf insgesamt rund 19 Millionen Euro erhöhen. Auch die Reinigungsleistung des Klärwerks Hetlingen überzeugt. Rund 31 Millionen Kubikmeter Wasser wurden dort im Jahr 2014 gereinigt. Circa  91 Prozent des eingeleiteten Stickstoffs wurden dabei aus dem Wasser entfernt und sogar rund 97 Prozent des Phosphors. Damit steht der azv Südholstein weiterhin für eine sichere und zuverlässige Abwasserreinigung.

26 Millionen Euro für eine verbesserte Abwasser-Infrastruktur

Etwa 26 Millionen Euro investiert der azv Südholstein im kommenden Jahr.  Davon sind rund 14 Millionen Euro für  Baumaßnahmen im Klärwerk Hetlingen und in den ebenfalls vom azv betriebenen  Kläranlagen auf Helgoland und in Lentföhrden vorgesehen. Weitere circa 10 Millionen Euro  werden im Jahr 2016 in das regionale Sammlernetz und in die örtlichen Kanalnetze investiert. Knapp zwei Millionen sind für Ersatz- und Neubeschaffungen im Bereich des Fuhrparks, der EDV und der allgemeinen Betriebs- und Geschäftsausstattung vorgesehen.

Circa sechs Millionen Euro sind für die Fortsetzung der in diesem Jahr begonnen Modernisierung der mechanischen Reinigungsstufe im Klärwerk Hetlingen eingeplant. Rund vier Millionen Euro sind für den Neubau der Kläranlage auf Helgoland vorgesehen. Im kommenden Jahr soll mit der  auf mehrere Jahre angelegten Baumaßnahme auf der Hochseeinsel begonnen werden. Eine der größten Baumaßnahmen im Sammlernetz des azv ist im kommenden Jahr die Sanierung eines Schachtes sowie des dazugehö-renden Abschnitts der Druckrohrleitung im Bereich des Pinnaudükers. Hierfür sind circa 2,5 Millionen Euro vorgesehen. Um eine sichere Abwasserentsorgung auch beim Ausfall einzelner Pumpen oder Anlagenteile sicherzustellen, wird zudem eines der Pumpwerke in Elmshorn für circa zwei Millionen Euro mit zusätzlicher Maschinentechnik ausgestattet.

Auch in den einzelnen Ortskanalisationen stehen zum Teil größere Baumaßnahmen an. Diese werden über einen jeweils eigenen, gesonderten Gebührenkreislauf finanziert. In Barmstedt sind im kommenden Jahr rund zwei Millionen Euro für Bau- und Sanierungsmaßnahmen eingeplant. Hier ist vor allem die Erneuerung der Schmutz- und Regenwasserkanäle in der Marktstraße zu nennen. Rund eine Million Euro investiert der azv allein in diese Baumaßnahme. Etwa 546.000 Euro werden in das Ortsnetz in Ellerhoop und 456.000 Euro in die Ortsnetze des Amtes Pinnau investiert. Rund 444.000 Euro sind für Bau- und Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Ortskanalisation in Lentföhrden vorgesehen. In Hemdingen werden im kommenden Jahr 293.000 Euro investiert und in Bokholt-Hanredder circa 91.000 Euro. In Borstel-Hohenraden werden circa 90.000 Euro in das Niederschlagswassernetz investiert und in Heist stehen im kommenden Jahr Investitionen von circa 66.000 Euro an.