Was ist das Problem – und wie lautet die Lösung?

Natürlich sind Plastikprodukte praktisch und Medikamente lebenswichtig. An manchen Stellen lohnt es sich aber, genauer über ihre Verwendung und Entsorgung nachzudenken.

Was gar nicht erst ins Abwasser gelangt, muss auch nicht mühsam wieder rausgeholt werden!

  • Mikroplastik
  • Medikamentenreste

Kunststoffpartikel oder Kunststofffasern mit einer Größe von ca. 5 Millimetern oder kleiner. Sie stecken in vielen Kosmetika und Reinigungsmitteln oder lösen sich beim Waschen von Kleidungsstücken aus Kunstfasern. Außerdem bildet sich Mikroplastik, wenn sich weggeworfener Plastikmüll in der Landschaft oder im Wasser zersetzt.

Problem:

Wenn Kunststoffpartikel in natürliche Gewässer gelangen,

  • können sich Giftstoffe daran anreichern
  • können sie von Wasserbewohnern wie Tieren, Pflanzen und anderen Organismen aufgenommen, aber nicht verdaut werden – infolgedessen werden die empfindlichen Ökosysteme gestört
  • landen sie über die Nahrungskette früher oder später mit dem Fisch auf unserem Tisch

Feste oder flüssige Medikamente, die ausgeschieden oder fälschlicherweise über die Toilette entsorgt wurden.

Problem:

Wenn Medikamentenreste in natürliche Gewässer gelangen,

  • sind die Wirkstoffe dort weiter aktiv und schaden Wasserbewohnern wie Tieren, Pflanzen und anderen Organismen – beobachtet wird zum Beispiel eine Verweiblichung männlicher Fische durch hormonell wirksame Substanzen
  • zersetzen sie sich in Abbauprodukte, die eine andere Wirkung haben können als das Ursprungsprodukt
  • wirken sie möglicherweise mit anderen Substanzen zusammen – mit unbekannten Folgen
  • können sie bei Krankheitserregern zu Resistenzen führen, so dass die Medikamente irgendwann nicht mehr richtig wirken 

Lösungsansätze – das kann jeder tun:

Plastik und Mikroplastik vermeiden

  • Achten Sie auf die Inhaltsstoffe von Kosmetik und Reinigungsmitteln: Plastikperlen oder flüssige Kunststoffbeimischungen erkennen Sie oft an Namensbestandteilen wie „Poly“ oder „Acryl“ – es gibt auch Einkaufsratgeber zur Vermeidung von Mikroplastik im Internet oder Apps, die dabei helfen (z.B. „Codecheck“).
  • Bevorzugen Sie Kleidung und Textilien aus natürlichen Stoffen wie z.B. Baumwolle, Wolle, Leinen, Viskose, Modal oder Lyocell („Tencel“). Waschen Sie Kunststofftextilien nicht unnötig oder verwenden Sie spezielle Wäschebeutel, die Fasern abfangen.
  • Verzichten Sie, auch vor Inkrafttreten eines EU-weiten Verbots, auf vermeidbares Plastik, z.B. Tüten und Verpackungen oder Einwegprodukte wie To-Go-Becher, Plastiktrinkhalme, Plastikgeschirr oder -besteck.
  • Entsorgen Sie recycelbaren Plastikmüll in der Wertstofftonne und lassen Sie keinen Müll in der Natur oder auf der Straße zurück. Auch die Hundekotbeutel verrotten in der Regel nicht und müssen im Abfall entsorgt werden.

Medikamente richtig entsorgen

  • Zur Entsorgung überschüssiger oder abgelaufener Medikamente gibt es in jedem Kreis unterschiedliche Vorgaben – informieren Sie sich bei Ihrem Entsorgungsunternehmen, z.B. in Broschüren oder auf der Internetseite:
    • Entsorgung beim Schadstoffmobil
    • Entsorgung auf dem Recyclinghof
    • Entsorgung im Restmüll
    • Rücknahme in Apotheken

oder auf der auf den Internetseiten der Kommunen oder von Umweltverbänden.

 

Mehr Informationen:

Downloads zum Thema
  • Resolution des AZV Südholstein vom 03.12.2018

    Die Verbandsmitglieder positionieren sich aktiv gegen vermeidbare Verunreinigungen des Abwassers durch Mikroplastik und Medikamentenreste.

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  • Aktionslogo Resolution

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  • Aktionslogo Resolution ohne Schrift

    © AZV Südholstein

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